Der Tag verging, mein Staunen wuchs und uns trieb es zum nächsten Höhepunkt des Tages, der Autogrammjagd. Wir warteten und warteten gespannt auf den Augenblick uns den Stars gegenüber zu sehen und endlich war es soweit, da saßen sie. 

Bekannte und weniger bekannte Gesichter und verkauften ihre Autogramme an die zahlungswillige Menge. Nebenbei sei hier noch angemerkt, dass im Eintrittspreis von 50€ nicht alle Vergnügungen des Tages enthalten waren, so dass man an diesem Tag gut das Doppelte hätte ausgeben können. 

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Die weniger bekannten Stars schrieben ihren Namen auch ohne dafür Geld zu verlangen.
Einige taten es sogar mit Sorgfalt .


 oder mitreißend guter Laune.  .


 
    . Wir schlängelten uns durch den Raum und näherten uns endlich DER Schlange, die am Tisch von Robert Picardo endete. An diesem Tisch zahlte man 15€ für die Unterschrift des Holodocs.

Da keine der Unterschriften der anwesenden Stars das Potenzial beinhaltete mich in euphorische Begeisterungsstürme zu versetzen, trat ich zur Autogrammjagd erst gar nicht an und beobachtete stattdessen das Geschehen rings umher, was mich erneut zu der Frage brachte, was für Menschen sind StarTrek Fans eigentlich? Diese Frage sollte unbeantwortet bleiben, fing doch wenige Minuten später das erste große Panel, nämlich das von Robert Picardo an.

Dieser begeisterte bereits nach wenigen Minuten die versammelten Anwesenden und zum ersten Mal an diesem Tag erschien es mir so als wäre ich zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort. 
Da war jemand, der ganz deutlich machte, dass StarTrek eine Fiktion war und er ein Schauspieler, der einen Job erledigt hatte, indem er an dieser Fiktion teilnahm. Diesen Standpunkt machte Picardo auf charmante Weise deutlich als er seine Rolle als MHN dem neuen StarTrek Doktor Phlox gegenüber stellte und musikalisch „Will you love me tomorrow?“ fragte.

    . Zu diesem Zeitpunkt lag ihm die versammelte Fangemeinde bereits zu Füßen, hatte er doch in eindrucksvoller und bescheidener Weise dargestellt, dass er das Lernen von Fremdsprachen für wichtig erachte und so begrüßte er seine deutschen Fans in ihrer Muttersprache, was diese dankbar zur Kenntnis nahmen und den Schauspieler nach einer Stunde abwechslungsreichster Unterhaltung mit Standing Ovations verabschiedeten.

Da der Tag hier nicht in epischer Breite beschrieben werden kann, soll als Abschluss noch das Panel von Jonathan Frakes beschrieben werden.

Er, der Star, dessen Ankunft alle erwarteten und der im Gegensatz zu den anderen Anwesenden nicht an den Autogrammstunden teilnahm. Er, den bisher noch niemand gesehen hatte, betrat die Bühne und wurde von minutenlangem Blitzlichtgewitter und donnerndem Applaus empfangen.
Er kam, versprühte seinen Charme und ging – alles mit der Routine eines der wichtigsten Männer im StarTrek Universum. 

Jonathan Frakes gab Anekdoten zum Besten, nahm Geschenke von Fans entgegen, bedauerte, dass ihm niemand ein deutsches Bier anbot und parierte schlagfertig auf Fragen zu logischen Ungereimtheiten eines ST Filmes mit „What do you want, it’s a movie?!“.

Ja genau, Recht hat der Mann! Es sind Filme, Fernsehserien, nicht mehr, oder...?
Ich habe die Frage, warum erwachsene Menschen jeder Altersstufe und Gesellschaftsschicht sich wie Kinder aufführen, sich verkleiden, Geld für Plastikphaser und Tricorder ausgeben und darüber diskutieren, warum die Person X in Folge Y wirklich Z gemacht hat, nicht beantworten können. Ist es ein lediglich Hobby, das Ausleben von (Kinder)phantasien oder eine Art moderner Ersatzreligion? Ich weiß es nicht.
Sollte jedoch jemand eine Antwort darauf haben, wäre ich sehr an ihr interessiert! ;-)